5. Welche Untersuchungen sind vor einer Narkose erforderlich?

Prinzipiell ist bei sonst gesunden Kindern vor der Operation keine Operationsfreigabe durch den Kinderarzt und keine Blutabnahme notwendig! Ob der kleine Patient am Operationstag tatsächlich für eine Narkose geeignet ist, entscheidet ausschließlich der Kinderanästhesist. Zum Zeitpunkt der Narkose darf Ihr Kind keinen fieberhaften Infekt, starken Schnupfen oder Husten haben, da dadurch das Risiko einer Atemwegskomplikation deutlich erhöht ist. Auch bis zu 10 Tage nach einem überstanden Infekt sind die Luftwege noch gereizt und hyperreagible.

Individuell muss bei chronisch verkühlten Kindern entschieden werden, da hier sehr oft eine Infektfreiheit nie gegeben ist. Besonders häufig hiervon sind Kinder mit Operationen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich betroffen.

Bei chronisch kranken Kindern (zum Beispiel: herz-, lungen-, nieren- oder zuckerkranken Kindern) ist eine Stellungnahme des behandelnden mit dem Kind vertrauten Kinderarztes, sowie das Mitbringen aller erhobenen Befunde der letzten Jahre empfehlenswert. Fehlende Befunde könnten hier ein Verschieben des Operationszeitpunkts verursachen. Allerdings gilt auch bei diesen Kindern, dass über die Narkosefähigkeit am OP-Tag ausschließlich der Kinderanänsthesist letztendlich entscheidet.

Ratsam ist es, besonders bei Kindern mit sehr schweren Begleiterkrankungen, rechtzeitig das Kinderanästhesieteam im zuständigen Krankenhaus zu kontaktieren. Hier kann dann in einem Gespräch mit Eltern, Kinderarzt und Kinderanästhesisten ein Konzept zur präoperativen Optimierung zum Wohle der Kinder erarbeitet werden.