3. Welche Arten von Regionalanästhesie gibt es?
Epiduralanästhesie
Die Epiduralanästhesie ist zur Schmerzausschaltung bei vielen Operationen geeignet. Vielen Frauen ist diese Form der Regionalanästhesie aus der Geburtshilfe bekannt. In der Kinderanästhesie kommt die Epiduralanästhesie bei größeren bauch- und thoraxchirurgischen Operationen sowie bei urologischen oder orthopädischen Operationen zum Einsatz. Hierbei wird bei Kindern die Anlage der Epiduralanästhesie und der operative Eingriff fast immer in Kombination mit einer Allgemeinanästhesie durchgeführt.
Bei der Epiduralanästhesie werden Medikamente in den so genannten Epiduralraum appliziert. Dieser Raum befindet sich in der Wirbelsäule in der Nähe des Rückenmarks. Wie alle Teile des Gehirns wird auch das Rückenmark durch drei Hirnhäute überzogen. Der Epiduralraum befindet sich zwischen der außen liegenden harten Hirnhaut (Dura mater) und der Knochenhaut (Periost), welche die Innenwand des Wirbelkanals bildet. Neben Blutgefäßen, Fett- und Bindegewebe befinden sich in diesem Raum auch Nervenwurzeln, die direkt aus dem Rückenmark abgehen. Die Applikation eines Lokalanästhetikums in diesen Raum bewirkt ein zeitweiliges reversibles Ausschalten dieser Nervenwurzeln.
Das Einbringen eines hauchdünnen Katheters ( = Schlauch mit einem Durchmesser von circa 1mm) in diesen Raum ermöglicht eine kontinuierliche Verabreichung von Medikamenten und stellt damit sicher, dass auch lange nach der Operation eine Schmerzausschaltung möglich ist.
Kaudalanästhesie
Die Kaudalanästhesie ist bei operativen Eingriffen unterhalb des Nabels (Leistenhernien-Operation, Wasserbruch-Operation, Hypospadie-Operation, ...) bei Kindern ein etabliertes und sehr häufig angewandtes Verfahren. Prinzipiell wird bei der Kaudalanästhesie das Lokalanästhetikum in denselben Raum appliziert wie bei der Epiduralanästhesie. Der Unterschied zur Epiduralanästhesie ist ausschließlich ein anderer, von den Rückenmarksstrukturen sehr weit entfernter, Punktionsort. Dies macht dieses Verfahren auf der einen Seite sehr risikoarm, ermöglicht aber auf der anderen Seite aufgrund der fehlenden Ausbreitung des Lokalanästhetikums im Epiduralraum nur eine Schmerzausschaltung unterhalb des Nabels. Darüber hinaus wird mit zunehmendem Alter des Kindes die Ausbreitung des Lokalanästetikums schlechter. Deshalb wird von den meisten Kinderanästhesiezentren eine Kaudalanästhesie nur bis zum 6./7. Lebensjahr des Kindes durchgeführt. Eine Kaudalanästhesie wird aus hygienischen Gründen (der Punktionsort ist im Bereich des Steißbeins) meistens nur als Einmalpunktion durchgeführt.
Periphere Nervenblockade
Bei der Blockade peripherer Nerven wird das Lokalanästhetikum direkt zu den Nerven gespritzt, die das Operationsgebiet versorgen. Besonders gut eignet sich dieses Narkoseverfahren zur Behandlung von gebrochenen Armen.