2. Was bedeutet Regionalanästhesie?
Regionalanästhesie ist ein Überbegriff für eine Reihe von Anästhesieverfahren, die eine Schmerzausschaltung bestimmter Körperregionen zum Ziel haben. Durch eine gezielte Applikation von einem Lokalanästhetikum kommt es zu einer zeitweiligen, umkehrbaren Funktionshemmung von Nerven. Dies führt auf der einen Seite zu Empfindungslosigkeit und Schmerzfreiheit, allerdings auch oft zur Hemmung der aktiven Beweglichkeit in diesen Teilen des Körpers.
Den Wirkungmechanismus einer Regionalanästhesie kann man sehr einfach mit einem Stromkreis erklären. Strom kann nur solange fließen solange die Stromleitung nicht an irgendeiner Stelle unterbrochen ist. Wird der Stromkreis aber an irgendeiner Stelle zum Beispiel durch das herausziehen eines Steckers unterbrochen, dann kann kein Strom mehr fließen. Genauso funktioniert vereinfacht dargestellt das Nervensystem des Menschen. Wird nun diese „Stromleitung“ durch ein Lokalanästhetikum reversibel unterbrochen, können diese Nerven keine Informationen mehr ans Gehirn übermitteln. Genauso kann aber auch das Gehirn keine Informationen mehr über diese Nerven an die Muskeln des Armes oder der Beine schicken. Die Folge ist, dass man zwar auf der einen Seite den „betäubten“ Teil des Körpers nicht spürt und deswegen auch keine Schmerzen hat, auf der anderen Seite aber diesen Teil auch sehr oft nicht bewegen kann.
Die Durchführung erfolgt normalerweise als einmalige Injektion. Darüber hinaus ist es auch möglich, einen Katheter ( = Schlauch mit einem Durchmesser von circa 1mm) zu legen, über den dann sehr effektiv die Schmerztherapie nach der Operation weitergeführt werden kann. Eine Regionalanästhesie ist bei sehr vielen aber nicht bei allen Operationen möglich.